Gartenkinder: Zuschauen, wie Sonnenblumen wachsen

Projekt bringt den Kleinen die Natur näher / Gestiftetes Starterset mit Erde, Geräten, Samen und Gießaufsätzen

Die „Mäusegruppe“ des katholischen Kindergartens wird von den Landfrauen unterstützt. Foto: Jochen Werner

Von Jochen Werner.

Dromersheim. Jeder aus der „Mäusegruppe“ hatte in sein kleines Blumentöpfchen mit dem Pikierstab Sonnenblumen eingesät, die - nun gemeinsam im „Gewächshaus“, mit Namensfähnchen versehen darauf warten, dass man die ersten Sprossen sieht. Die größeren „Elefanten“ durften zusammen mit Sabine Seith Feuerbohnen in die großen Blumentöpfe stecken. Dank der AMC-Stiftung „Besser essen. Besser leben.“ sind sie die Ersten in der Region, die beim Projekt Gartenkinder mitmachen, das von den Landfrauen begleitet wird.

Verantwortung übernehmen

„Die Kleinen sind total begeistert, gucken täglich, was passiert“, berichtete Erzieherin Susanne Reß von ihrer Arbeit mit den zwei- bis vierjährigen Mäusen. Das etwa 50 mal 50 Zentimeter große Gewächshaus aus Plastik steht auf der Fensterbank, natürlich zugedeckt mit der passenden Haube. Die großen Töpfe der beiden ältesten Jahrgänge bleiben vor der Eingangstür, sind draußen an den Gittern aufgereiht. „Das Starterpaket ist klasse“, lobte Seith als Mitglied der Dromersheimer Landfrauen und als jemand, der sich über Hildegard von Bingen mit Pflanzen auskennt. Alle Utensilien, inklusive Erde, kindgerechter Geräte, rund 50 verschiedener Ptlanzsamen und Gießaufsätzen für Flaschen, waren dabei. Was gepflanzt wurde, entschieden die Erzieherinnen. Und was wo drin ist, wissen die Kinder ganz genau: „Das ist mein Becher, wo die Blume rauswächst!“, hat Luis sein Töpfchen genau ausgemacht.

Das Ziel: Die Kinder sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig sehen, wie sich Pflanzen entwickeln. „Lieber weniger und richtig begeistern„, sei Sinn der Aktion, so Seith. Die Landfrauen, in Dromersheim haben sie in ihrem 44. Bestehensjahr mittlerweile 80 Mitglieder, begleiten mit ihrer Vorsitzenden Maria Weis auftragsgemäß die Erzieher und unterstützen sie mit ihrem Know-how bei Fragen, Problemen und Herausforderungen um das junge Grün. Die Hauptakteure aber bleiben immer die Kinder.

Kindergarten-Leiterin Rita Niederhausen-Wandelt betonte, dass das Pflanzen keine einmalige Aktion gewesen sei, sondern den Kindergarten auf Jahre hinaus begleiten soll. Zwar suche man augenblicklich noch engagiertes Personal und sei mit der bevorstehenden Renovierung beschäftigt. Das Projekt wollte man aber trotzdem durchführen, wenn auch zunächst nur in einem kleineren Rahmen.

Alle 50 Kinder machen mit, alle zeigen jeden Tag ihre Begeisterung aufs Neue.„Es wäre schön, wenn auch andere Kin­dergärten in und um Bingen an der Aktion ,Gartenkinder‘ teil­nehmen würden“, wünscht sich Seith und ist froh, dass die Dromersheimer Einrichtung die Initiative ergriffen hat.

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