Holunderblüten - Zauber

Inhalte des Workshops:

  • Wissenswertes über den heimischen Holunder
  • Möglichkeiten seiner vielfältigen Nutzung
  • Anlegen von Holunderessig
  • Zubereitung von Obstmarmelade mit Holunderblüten
  • Herstellung von Holunderseife

Geschichte und Aberglauben:
Schon der griechische Arzt Hippokrates (460-370 v.Chr.) rühmte den Holunder als abführendes, schweißtreibendes “Frauenmittel”. Dioskorides empfahl Wurzelabkochungen in Wein gegen Wassersucht und Schlangenbisse und Umschläge aus frischen Blättern bei Entzündungen und Geschwüren. Plinius verwies auf das Peitschen mit Holunderzweigen – damit wurden die Masern vertrieben.
Der Name Holler leitet sich vielleicht von der Sagengestalt Frau Holle ab, da die weißen Blüten auf die Erde rieseln, wie die “Bettfedern” oder der Schnee. Kaum eine andere Pflanze war früher für das Bauernhaus so wichtig wie der Holunder. Kein Wunder, schließlich lieferte er den Anwohnern lindernden Tee und heilende Säfte. Zudem ging der Aberglaube, dass wer am Karfreitag in einen Holunderast beißt, von Schwindsucht befreit wird. Wer am Johannistag ein in Schmalz gebackenes Holunderküchle isst, wird sanftmütig – vor allem gegenüber seinem Ehepartner.

Ebenfalls spannend: Ein Bestohlener soll einen Holunderstrauch drücken – und schon bringt der Dieb das Gestohlene zurück. Welch hohes Ansehen der Holunder einst genoss, zeigt sich darin, dass ein jeder beim Vorbeigehen seinen Hut zog. Wohl nicht zuletzt deshalb, weil der Holler dem Aberglauben nach vor Blitzschlag schützen sollte. Holunderblüten sind auch Bestandteil der für Maria Himmelfahrt geflochtenen Kräuterbüschel.