Hohe Wertschätzung für die Landfrauen

Nieder-Olm. Wie sich das längst gehört, wurden die 67. Rheinhessischen Agrartage mit dem „Tag der Rheinhessischen Landfrauen“ eröffnet. 650 Zuhörerinnen/Zuhörer füllten die Ludwig-Eckes-Halle in Nieder-Olm bis auf den letzten Platz, um sich ein abwechslungsreiches Programm mit Gastrednern, einem Fachvortrag und kulturellen Beiträgen anzuschauen. Gretel Wolf, Ruth Schmitt und Hannelore Wingert sorgten mit Mundart-Beiträgen ebenso für Heiterkeit wie das Männerballett „Mann-O-Mann“, die jungen „Suzuki“-Geigerinnen aus Ingelheim spielten groß auf und Festrednerin Marlene Jacobi-Ewerth legte die Wurzeln der Region frei. Denn das gesamte Jahr über feiert Rheinhessen sein 200-jähriges Bestehen.

Im Jubiläumsjahr möchte Ursula Braunewell auch über die Region hinaus „bewusst machen, wo Rheinhessen überhaupt liegt“. Das wisse nämlich längst nicht jeder. „Wir können stolz auf unsere Eigenständigkeit sein“, hielt die Vorsitzende des Landfrauenverbandes Rheinhessen mit Blick auf die Geschichte fest, „es ist eine Region, die die Freiheit geschnuppert hat in einer Zeit, wo das noch nicht üblich war.“ Mit dem Freiheitsdrang und einem gewissen Eigensinn geht andererseits eine große Offenheit einher: „Gehen Sie mal in eine Straußwirtschaft oder ins Lokal – auch wenn alle Tische besetzt sind, werden Sie nicht weggeschickt.“ Die Rheinhessen rücken zusammen, sind, so Braunewell, „neugierig, manchmal etwas vorlaut, aber immer interessiert“.

Landrat Claus Schick kennzeichnete Rheinhessen als „Region, die sich auch als Region fühlt“ und die ein starker Zusammenhalt auszeichne. Eberhard Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, verwies auf die „einzigartige Kulturlandschaft“ Rheinhessens, die naturgemäß von den Winzern und Landwirten geprägt wird. Dass die Region nun mit über 500 Veranstaltungen Jubiläum feiert, sei ohne die Landfrauen überhaupt nicht denkbar. Peter Eckes, der Vorsitzende von Rheinhessen Marketing, gab dem Jubiläumsjahr das „Ziel, dass es ein Selbstbewusstsein gibt, einen Stolz auf die Region“. Als „lernwillig, weltoffen und tolerant“ charakterisierte Nieder-Olms Stadtbürgermeister Dieter Kuhl die Rheinhessen.

Einen ganz wichtigen Beitrag dazu leisten, da waren sich alle Redner einig, die Landfrauen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer betonte ihre „hohe Wertschätzung“ für den 12000 Mitglieder starken rheinhessischen Verband. In einem so kleinteilig geprägten Bundesland wie Rheinland-Pfalz sei die Entwicklung der Lebensqualität untrennbar verbunden mit der Entwicklung der ländlichen Regionen, und hierfür würden sich die Landfrauen in besonderem Maße einsetzen. Die Rheinhessische Weinkönigin Sabrina Becker sieht den Verband als frauenpolitisches Schwergewicht: als „politische Vertretung unserer Interessen und als Sprachrohr auf verschiedenen Ebenen“.

Eine junge Frau, die aktiv mitmischt, ist Marlene Schuck. „Meine Oma war Mitgründerin des Landfrauenvereins in Schwabenheim, meine Mutter ist im Vorstand“, erzählt die 25-jährige frühere Rheinhessische Weinprinzessin, „ich finde es lustig, mit den Damen zu erzählen, dabei kann man auch viel lernen. Und ehrenamtlich betätigen kann man sich ja nie genug.“ Otto Schätzel, stellvertretender Leiter des Dienstleistungszentrums Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, schrieb den Landfrauen drei Attribute zu: Emotion („Es gelingt ihnen, auch unterschiedliche Interessen vor Ort zusammenzuführen“), Motivation (in kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht) sowie Integration („ihre wichtigste Leistung“).

Torben Schröder 

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