I LOVE LANDFRAUEN, weil...

"Tag der rheinhessischen LandFrauen" 2020 voller Erfolg

" Weil man sie einfach lieben muss “, verwies der Nieder-Olmer Stadtbürgermeister Dirk Hasenfuss auf die Bedeutung der LandFrauen für das Zusammenleben vor Ort sowie auf ihr umfangreiches Bildungsprogramm.
Seit 20 Jahren ist der Tag der rheinhessischen LandFrauen der Auftakt der Agrartage in Nieder-Olm, die mit rund 14.000 Besuchern und 425 Ausstellern sowie zahlreichen Fachvorträgen und Debatten einen der bedeutsamsten Branchen-Treffs in der gesamten Bundesrepublik darstellen. Eröffnet wurde die Großveranstaltung auch in ihrer 71. Auflage von rund 400 LandFrauen sowie deren Ehrengästen aus Politik und Verbänden.

Umrahmt von Musik und Kabarett des Duos „Frauengold“, einer Tanzdarbietung der „Wild Chicks“ aus Partenheim und abgeschlossen von einer After-Work-Party mit DJ, Getränken und Imbiss, kamen auf dem Podium eine Reihe aktuelle Themen auf den Tisch.

Michael Lipps, Dienststellenleiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum in Oppenheim, einem maßgeblichen Mitveranstalter der Agrartage, ging auf die Bauernproteste ein. Er verwies auf die dahinter liegenden Konflikte, zwischen den Lebensmittelproduzenten und jenen, die glauben, Essen gibt es einfach im Regal, zwischen Ökologie und Ökonomie, zwischen Erwartung und Zahlungsbereitschaft seitens der Konsumenten. Und auf den Zwiespalt, dass, je mehr die heimischen Erzeuger gegängelt werden, die Abhängigkeit von anderen Herkunftsmärkten steigt. Quellen, die, von den Transportwegen abgesehen, schwerer kontrollierbar sind. „Damit geben wir, wenn in den produzierenden Ländern Krisensituationen entstehen, Autarkie über die eigene Lebensmittelversorgung aus der Hand“, betonte Lipps.

Ursula Braunewell kam am Abend vor der Veranstaltung von der Grünen Woche, von Diskussionen auch mit Bundes-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zurück. Seitens der Politik seien die gleichwertigen Lebensverhältnisse von Stadt und Land als Ziel formuliert worden. Dem müssten nun Taten folgen. Einen essenziellen Schritt sieht die Vorsitzende des Land Frauen Verbandes Rheinhessen in der Umsetzung von Klöckners Forderung nach „5G an jeder Milchkanne“. Gebe man sich mit 98 Prozent der Haushalte zufrieden, würden de facto 20 Prozent der Fläche der Bundesrepublik außen vor bleiben – und mit den gleichwertigen Lebensverhältnissen wäre es dahin. Denn die Digitalisierung werde immer wichtiger, gerade auch in der Landwirtschaft. Intelligente Steuerungssysteme optimieren die Ausbringung von Düngemitteln und den Nitrateintrag – zwei der elementaren Themen, um die sich derzeit die Bauernproteste drehen. Und sie ermöglichen, in Form automatisierter Prozesse, eine verbesserte Work-Life-Balance bei den Landwirten.

Über die politische Lobbyarbeit hinaus sind die rheinhessischen LandFrauen längst ein anerkannter Bildungsträger und Leistungsträger im öffentlichen Leben. „Unsere LandFrauen werden ganz dringend gebraucht“, betonte der Kreisbeigeordnete Erwin Malkmus. Die Proteste der Landwirte beispielsweise durch die Grünen Kreuze hätten, so der Mainz-Binger Kreisvorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes Ludwig Schmitt, viele Menschen dazu gebracht, nachzufragen und sich für die Belange der Landwirte zu interessieren. In diesem Zusammenhang kommt den LandFrauen als vor Ort präsente Bindeglieder eine besondere Bedeutung zu. Die Rheinhessische Weinprinzessin Celine Feldmann hob die Bedeutung der LandFrauen bei der Vernetzung von Jung und weniger Jung, von Neubürgern und Alteingesessenen hervor.

1987 war Katharina Nuß gerade frisch im Amt. Ihr erster Kontakt mit einem LandFrauenverband fand in Dorn-Dürkheim statt. Die junge Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Alzey-Worms, damals in Jeans und Turnschuhen, wollte sich vorstellen. Und wurde vor dem Eingang, nach eingehender Musterung, mit einem „Heute ist keine Disco“ begrüßt. 33 Jahre später wurde Nuß nun vom Land Frauen Verband Rheinhessen mit dem Ehrenzeichen bedacht. Erst vor kurzem ging ihre Zeit als Gleichstellungsbeauftragte zu Ende. „Wir haben viel zusammen gewuppt“, hält sie auf der Bühne in der Nieder-Olmer Ludwig-Eckes-Halle fest.

Man sollte nicht immer nach dem ersten Eindruck gehen. Vor allem im Bereich der Schulung von Frauen, damit sie sich in der Kommunalpolitik einbringen, haben Nuß und die LandFrauen vieles gemeinsam bewegt, wie die rheinhessische LandFrauen-Vorsitzende Ursula Braunewell betont. Und wirksam zu werden, ist eines der Ziele der Verbandsarbeit.

Kornelia Konrad und Maria Seelig haben, als Spitze eines vierköpfigen Team-Vorstands, die Landfrauen in Zotzenheim vorangebracht. Neue Ideen finden, neue Formen des Zusammenwirkens, auch darum geht es. Braunewell sieht in der Digitalisierung eine zukunftsweisende Perspektive. Auf längere Sicht kann sie sich eine „LandFrauen-Cloud“ vorstellen, in der Informationen hinterlegt und über die Austausch gepflegt wird. Ein erster Schritt bestehe in flexibleren, Internet-gestützten Kommunikationswegen. Ganz wichtig dabei ist immer, dass die Daten sicher und in guten Händen sind.

Rundum, ein gelungener Auftakt der Agrartage 2020 dank des großen Engagements der KreislandFrauenverbände Bingen und Mainz und hier im Besonderen der beiden Kreisvorständen.

Torben Schröder

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